Ich habe schon lange Zeit den Wunsch, über die Fritzbox eine zusätzliche IP bzw. ein zusätzliches Netz neben der schon zugewiesenen dynamischen IP zu nutzen. Da ich bis dato keinen Erfolg bei Google und einschlägigen Foren hatte, habe ich mich also dran gesetzt und selbst nach einer Möglichkeit gesucht. Und siehe da, ich kann Euch heute mein Ergebnis vorstellen
Beschreibung eines Beispielszenarios
Ich werde in meinem Howto ein Szenario beschreiben, welches natürlich von Fall zu Fall verändert werden muss. In meinem Beispiel gelten folgende Randparameter:
- Eine zusätzliche IP auf dem WAN-Interface welche als zusätzliche NAT-IP bereitgestellt wird
- Die zusätzliche IP soll nur zu fest definierten Hosts/Netzen für einen Client genattet werden
- Ein zusätzliches /28 Netz, welches auf dem WAN-Interface liegt, soll von entsprechenden Clients nativ genutzt werden
Technische Informationen
- LAN-IP der Fritzbox: 192.168.2.1
- WAN-IP: 194.10.65.181
- WAN-Netz: 195.10.183.192/28
Realisierung auf der Fritzbox
Zunächst loggen wir uns auf der Fritzbox via telnet oder ssh ein. Mit nvi editieren wir die Datei: /var/flash/ar7.cfg. In muss dann nach folgendem Eintrag gesucht werden: brinterfaces. In den darunter liegenden Zeilen befindet sich der Eintrag: lan:0. Unter diesen konfigurieren wir dann diese Einträge (Auf die geschweiften Klammern achten!):
{
name = "lan:1";
dhcp = no;
ipaddr = 192.168.178.1;
netmask = 255.255.255.0;
dstipaddr = 0.0.0.0;
dhcpenabled = no;
dhcpstart = 0.0.0.0;
dhcpend = 0.0.0.0;
} {
name = "lan:2";
dhcp = no;
ipaddr = 195.10.183.193;
netmask = 255.255.255.240;
dstipaddr = 0.0.0.0;
dhcpenabled = no;
dhcpstart = 0.0.0.0;
dhcpend = 0.0.0.0;
}
Ich habe ein zusätzliches Interface mit einer 192.168.178.1 IP gewählt, da wir im späteren Verlauf Host/Netz abhängige Routen für das entsprechende NAT setzen wollen.
Nun suchen wir in der Datei den Kategoriepunkt dsldpconfig.
Hier gibt es dann eine weitere Sektion mit Namen: forwardrules. Entsprechend unserem Beispiel werden wir hier nun die zusätzliche NAT-IP und 2 IPS aus dem zusätzlichen Netz konfigurieren.
Das Resultat könnte dann wie folgt aussehen:
forwardrules = "udp 0.0.0.0:5060 0.0.0.0:5060",
"ip 194.10.65.181 192.168.178.2 0 # Zusätzliche NAT-WAN-IP",
"ip 195.10.183.195 195.10.183.195 0 # WAN Netz - 1. Host",
"ip 195.10.183.196 195.10.183.196 0 # WAN Netz - 2. Host";
Nach den Änderungen muss die Datei natürlich noch gespeichert werden. Anschliessend wird dann folgendes Kommando auf der Konsole abgesetzt: ar7cfgchanged. Es werden alle Änderungen neu geladen und aktiviert.
Client-Konfiguration mit zusätzlicher NAT-IP mit Host abhängiger Route
Auf diesem Client müssen 2 lokale IPs konfiguriert sein (z.B. 192.168.2.2 und 192.168.178.2). Das Default-Gateway wurde in der Netzwerkkonfiguration auf die 192.168.2.1 gesetzt. Die ganz normale Kommunikation geschieht im lokalen 192.168.2.0/24 Netz.
Nun möchten wir aber zu einem bestimmten Host mit der zusätzlichen NAT-IP (feste IP) connecten. Dazu muss lediglich eine Host-Route auf dem Client-System gesetzt werden.
Unter Windows würde das beispielsweise wie folgt aussehen:
route -p add 193.99.144.85 mask 255.255.255.255 192.168.178.1
- Das -p bewirkt einen Permanenteintrag.
- 193.99.144.85 ist in diesem Beispiel die IP von www.heise.de
Sobald der Client sich mit www.heise.de in Verbindung setzt, wird die Kommunikation nun im 192.168.178.0/24 Netz geführt, und somit die ausgehende Verbindung anders genattet.
Konfiguration von 2 Clients mit IPs aus dem zusätzlichen Netz
Diese Konfiguration ist am einfachsten. Es müssen lediglich die öffentlichen IPs auf der Netzwerkkarte konfiguriert werden, mit der entsprechenden öffentlichen IP auf der Fritzbox als Gateway.
Hinweis
Die obige Konfiguration basiert auf einem Beispiel und muss natürlich an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden.
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